Juicyfields – Cannabis E-Grower. Ein klassisches Schneeballsystem!

Bauer steht auf Cannabisplantage mit dem Rücken zur Kamera

Mit Cannabis legal Geld verdienen? Geht das wirklich? JuicyFields beantwortete diese Frage mit einem Ja, und das sogar bequem online von Zuhause aus. Dabei versprach JuicyFields sogar eine Rendite ab 33 %. So große Renditen hätten eigentlich schon die Alarmglocken der meisten Anleger zum läuten bringen müssen. Aber auch andere Punkte waren klare Indikatoren, bei Juicyfield kein Geld zu investieren. Mittlerweile – Stand Juli 2022 – ist klar, das Juicyfield ein lehrbuchmäßiger Exit-Scam war. Die Köpfe dahinter – zwei russische Internet-Kids – haben zum besten Zeitpunkt die angelegten Gelder abgezweigt und hinterlassen bis zu 500.000 Anleger, die jetzt leer ausgehen.

Das macht Juicyfield zu einem perfekten Lehrbeispiel für unseriöse Anlagemöglichkeiten. Da die Aufklärung des Betruges rund um Juicyfield immer noch im Gange ist, müssen wir viel im Konjunktiv schreiben. Wir werden diese Artikel aber regelmäßig aktualisieren, um möglichst viele Anleger zu warnen.

Wer war JuicyFields?

JuicyFields war eine Plattform, die den Anbau von medizinischem Cannabis unterstützte. Online ging man erst im Jahr 2020, was an sich schon Anleger zur Vorsicht hätte raten sollen.

Wer sich dazu entschied, mit JuicyFields ein passives Zweiteinkommen aufzubauen, der musste zuerst investieren. Mit dem Geld kaufte man angeblich eigene Cannabis-Pflanzen, die legal angebaut wurden. Im Gegenzug wurde der Anleger an den Einnahmen des Verkaufs der Ernte beteiligt. Dass die Verkaufserlöse deutlich über und die Anbaukosten deutlich unter denen der etablierten Cannabisproduzenten lagen, schien viele Anleger nicht zu stören.

JuicyFields nahm demnach die Vermittler-Rolle in der Cannabisindustrie ein. Über das Crowdfunding wurde das Geld für den Anbau eingenommen. JuicyFields vermittelte dabei nach eigener Aussage zwischen den Investoren und den Produzenten.

Kurze Erklärung zu Crowdgrowing oder E-Growing

Da viele Cannabis-Unternehmen noch an der Anfangsphase stehen und wenig Geld zur Verfügung haben, benötigen sie Unterstützung bei der Finanzierung des kostenintensiven Cannabis-Anbaus. Hier kommt das sogenannte Crowdgrowing oder auch E-Growing ins Spiel.

Du, als Käufer – oder auch E-Grower, wie JuicyFields dich nennt – kaufst die Klone einer Cannabispflanze. Mit dem Geld wurden nach eigener Darstellung die Partner von JuicyFields finanziert, die für die Kultivierung und Bewirtschaftung der Pflanzen zuständig waren.

Im Gegenzug dazu erhielt JuicyFields eine Provision, welche aus dem Verkauf des Cannabis entstand. Du wurdest in der Theorie in Anteilen dieser Provision bezahlt, welche deine Investition deckten und laut JuicyFields sogar einen hohen Gewinn abwarfen. Die ersten Anleger machten dabei einen großartigen Schnitt, so wie man es sowieso von Ponzi- oder Schneeballsystemen kannte.

Welche Partner hatte JuicyFields eigentlich?

JuicyFields unterstützte nach eigenen Aussagen weltweit kleine und aufstrebende Unternehmen, welche sich mit der Cannabis-Produktion beschäftigen. Diese seien auf die finanzielle Unterstützung angewiesen, da der professionelle Anbau von medizinischem Cannabis sehr kostspielig ist. Zwar hatten sich schon seriöse Unternehmen aus dem Bereich des medizinischen Cannabisanbaus kritisch zum Geschäftsmodell sowie den Margen und Preisen geäußert, aber diese Stimmen wollen interessierte Anleger nicht hören. Die lag zum Teil jedoch auch an dem überwiegend guten Erfahrungen anderer Anleger, die – über ein Affiliate-Programm – Neukunden warben, über die sie zusätzliches Geld verdienen konnten. Doch dazu später mehr.

Du konntest dir die Unternehmen auf der Website von JuicyFields selber ansehen und auch deren Cannabis-Plantagen in einer virtuellen Tour besuchen. Die Unternehmen befinden sich unter anderem in Portugal (Sabores Púrpura), Kolumbien (Kannabyte) und Dänemark (Cannabis International). Aber schon hier wurde getrickst und getäuscht, und die Anbauflächen und Potentiale als viel größer dargestellt, als sie tatsächlich waren.

Wie "funktionierte" JuicyFields?

Mittlerweile wissen wir: Eigentlich funktionierte Juicyfields überhaupt nicht, was auch den viel zu hohen Renditen und dem teuren MLM-System geschuldet war. Für Kenner solcher Ponzi-Maschen keine Überraschung. Doch gerade Kleinanlegern wurde folgende Funktionsweise verkauft:

Neben Crowdgrowing ist dir vielleicht auch Crowdinvesting in Immobilien oder nachhaltiges Crowdinvesting bekannt. JuicyFields positionierte sich ein wenig anders, denn dort konntest du angeblich eine Cannabispflanzen-Dienstleistung erwerben. Der Einstieg in das digitale Cannabis-Geschäft war dabei kinderleicht – viel zu leicht. Im Nachhinein hätte alleine der Einstieg ins E-Growing für viele Menschen ein weiteres Alarmzeichen sein müssen.

  1. Du erstellst einen Account auf der Website und gibst deine persönlichen Daten an. Eine Verifizierung zur Vermeidung von Geldwäsche, genannt KYC (Know your Customer) wurde in den meisten Fällen gar nicht oder nur rudimentär durchgeführt. So gibt es geschädigte, die sechsstellige Beträe investiert haben, ohne die Herkunft desGeldes belegen zu müssen
  2. Entscheide dich für eine der 4 Pflanzensorten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Kaufpreisen.
  3. Verfolge bequem den Anbau deiner Pflanze und verkaufe die Ernte über das Portal.
  4. Kaufe eine weitere Pflanze oder lasse dir das Geld auszahlen.

Warum JuicyFields?

Trotz des Handels mit Cannabis erschien diese Möglichkeit zum Geldverdienen legal und außerdem äußerst rentabel.
JuicyFields versprach:

  • Hohe Erträge: Je nach Ernte erhältst du Erträge von 33-66 %.
  • Online, Einfach & Intuitiv: Du kannst alles online erledigen und so lästigen Papierkram umgehen.
  • Anfängerfreundlich: Der Ablauf ist einfach und du benötigst keine Vorkenntnisse.
  • Legal: Du schließt einen Dienstleistungsvertrag nach niederländischem Recht mit dem Hauptsitz in Amsterdam ab. Zugegeben, spätestens als die Bafin der Juicyfields BV das Werben von Kunden in Deutschland im Juni 2022 untersagte, hätte auch dem Letzten klar sein müssen, dass hier die bittere Rechnung nur eine Frage der Zeit war. Doch viele Anleger verteidigten juicyfield hartnäckig, und nicht wenige investierten – in Zeiten sinkender Börsenkurse und der weltweiten Stagnation – sogar noch mehr.
  • Geringes Risiko: Das Unternehmen bleibe unabhängig von den Finanzmärkten und der Wirtschaftskrise.
  • Schnelle Ergebnisse: Die Erträge der Erntezyklen erhältst du schon nach nur 3,5 Monaten.

Geringe Einstiegskosten

Der unserer Meinung nach wichtigste Punkt, warum Juicyfieldsso viel Geld einsammeln konnte, waren die geringen Kosten für den Einstieg. Wer sich unsicher und Bedenken hatte,  ob und wieviel er in JuicyFields investieren möchte, der konnte erstmal mit einem geringen Betrag einsteigen. Die günstigste Pflanze von JuicyFields konntest du bereits für 50 € erwerben. Wie sich die Pflanze entwickelt und wie hoch dein Gewinn sein wird, konnte man danach bequem online beobachten. Anschließend konntest du dich entscheiden, ob du weitermachen oder lieber aussteigen möchtest.
Ein Vorteil von JuicyFields: Die Registrierung war kostenlos und du konntest dich danach immer noch entscheiden, ob du investieren möchtest oder nicht.

Partnerschaften

JuicyFields arbeitete mit Unternehmen zusammen, die für die Kultivierung und Bewirtschaftung von Cannabis-Pflanzen verantwortlich sind. Da das Cannabis zu medizinischen Zwecken verwendet werden soll, war das Geschäft in vielen Ländern mittlerweile legal.
Das Partnerunternehmen Sabores Púrpura ist auf der Website von Juicyfruits verlinkt und hat seine Plantagen in Portugal. Auch das Unternehmen Kannabyte ist verlinkt und baut in Kolumbien medizinisches Cannabis an. Viel mehr Informationen zu diesen Firmen gab es aber nicht.

Deutsche Firma

JuicyFields war auch in Deutschland tätig. Das Unternehmen JuicyGrow GmbH ist in Berlin registriert mit der HRB 214650 B. Mit der Adresse hättest du auch einen Ansprechpartner falls du Fragen haben solltest. Für deutsche Anleger war zudem diese Firmenform eine Art vertrauensbildende Maßnahme.

Online Teilnahme

Als Investor und Käufer konntest du an dem Unternehmen online teilnehmen. Du brauchtest nur das Geld zu überweisen und JuicyFields kümmerte sich um den Rest, wie Anbau und Verkauf. Im Prinzip funktionierte JuicyFields als Geldanlage bei der du nach 3,5 Monaten über deinen Gewinn Bescheid weißt. Gut, das klingt im Nachinein wrklich viel zu gut um wahr zu sein, aber bis zum Kollaps des Juicyfield-Scams war es halt so.

Pflanzenkategorien

JuicyFields bot vier unterschiedliche Pflanzen zum Kauf an. Diese unterschieden sich in unterschiedlichen Kriterien und auch im Kaufpreis. Die Kenngrößen waren:

  • Wachstumsphase / Ernten pro Jahr
  • Erneuerung der Pflanze
  • Ernten
  • Verkaufspreis
  • Einnahmen (pro Ernte)
  • Preis (für eine Pflanze)

In was konnte ich bei Juicy Fields investieren?

Bei JuicyFields konntest du in medizinischen Cannabis investieren. Es ging also nicht um den Rausch, sondern um den gesundheitlichen Nutzen von Cannabis. Das was schon relativ  clever, da die medizinischen Potentiale von Cannabis unbestreitbar sind. Und da die Schulmedizin und Pharmaindustrie nicht den allerbesten Ruf hat, stellte Cannabis im wahrsten Sinne des Wortes eine Alternative dar.
Viele europäische Länder haben den positiven Effekt auf die mentale Gesundheit erkannt und ihre Gesetzgebung angepasst, darunter auch Deutschland.
Bei JuicyFields konntest du vorgeblich  den Anbau und Vertrieb von medizinischem Cannabis unterstützen. Du hattest dabei die Wahl zwischen vier Pflanzen:

  • JuicyFlash
  • JuicyMist
  • JuicyKush
  • JuicyHaze

Wachstumsphase: 108 Tage
Erneuerung der Pflanze: keine
Ernte: 44-55 g
Verkauspreis pro Gramm: 1,50 €
Einnahme pro Ernte: 68-83 €
Kaufpreis für eine Pflanze: 50 €

Die Pflanze wäre gut für dich geeignet, wenn du nicht bereit seist, direkt hohe Summen zu investieren. Du konntest - so die Webseite - einfach beobachten, wie das Geschäft läuft und abschätzen, ob sich eine höhere Investition lohnen wird. Außerdem konntest du nach jeder Ernte direkt wieder aussteigen.

Ernten pro Jahr: 4
Erneuerung der Pflanze: für 3 Jahre
Ernte: 150-200 g
Verkaufspreis pro Gramm: 2 €
Einnahme pro Ernte: 300-400 €
Kaufpreis für eine Pflanze: 2.000 €

Der Kaufpreis für die Pflanze lag etwas höher und hätte dich an die Pflanze für 3 Jahre gebunden. Wenn die Ernte jedoch so läuft, wie JuicyFields vorgegaukelt, dann hättest du die Investition spätestens nach 7 Ernten, also grob 2 Jahren abgedeckt. Die restlichen 5 Ernten würden den Gewinn darstellen und sich auf 1.500 bis 2.000 € belaufen.

Ernten pro Jahr: 3
Erneuerung der Pflanze: für 4 Jahre
Ernte: 200-300 g
Verkaufspreis pro Gramm: 2,50 €
Einnahme pro Ernte: 500-750 €
Kaufpreis für eine Pflanze: 2.000 €

Bei dieser Pflanze wärest du einen Vertrag für 4 Jahre eingegangen. Es gab weniger Ernten pro Jahr, jedoch auch höhere Einnahmen pro Ernte. Du bräuchtest mindestens 4 Ernten, also 2 Jahre, um deine Investition abzudecken. Die restliche Ernte könntest du dir als Gewinn von mindestens 2.000 € berechnen.

Ernten pro Jahr: 2
Erneuerung der Pflanze: für 5 Jahre
Ernte: 300-400 g
Verkaufspreis pro Gramm: 3 €
Einnahme pro Ernte: 900-1200 €
Kaufpreis für eine Pflanze: 2.000 €

Diese Pflanze bedeutet den längsten Besitz der Pflanze und auch die wenigsten Ernten pro Jahr. Im Gegenzug bringt die Ernte am meisten Gewinn. Die Investition hast du daher nach etwa einem Jahr wieder aufgearbeitet und kannst die restlichen 4 Jahre deinen Gewinn von insgesamt etwa 4.000 € einnehmen. Damit ist diese Pflanze auf dem Papier eindeutig das lukrativste Angebot.

angebliche Vorteile von Juicyfields

JuicyFields lockte mit einem gewinnversprechenden Angebot. Die wichtigsten Vorteile findest du hier im Überblick:

  • Hoher Gewinn: Bei einer Investition in die teuerste Pflanze kannst du von 300 % Gewinn ausgehen.
  • Zeitsparend: Wenn du mit JuicyFields ein Zweiteinkommen aufbauen möchtest, genügt eine einmalige Investition.
  • Guter Zweck: Du unterstützt den Anbau von medizinischem Cannabis, welcher vielen Menschen helfen wird.
  • Zukunftsorientiert: JuicyFields ist aktuell und besonders zur heutigen Zeit vielversprechend.
  • Wachstumspotential: Durch die fortschreitende Legalisierung von Cannabis hat das Geschäft viel Potential, weiter ausgebaut zu werden.

Die letzten drei Punkte sind vollkommen valide. Cannabis hat Potential, du tust nichts schlechtes. Doch die absurd hohen Gewinnversprechen sowie der extrem geringe Auswand sind nicht seriös. Wenn sich ein Angebot einfach zu gut anhört um wahr zu sein, dann ist es auch nicht wahr. Eine Regel, die mittlerweile leider viele juicyfields-Anleger auf die harte Tour lernen mussten.

Warum galt JuicyFields denn überhaupt als seriös?

  • Auf Trustpilot oder YouTube feierten viele Anleger, nachdem die erste Auszahlung der Profite, erfolgte, das Angebot. Das ein Ponzischema zu Anfang immer auszahlt und sich erst so einen riesigen Investorenkreis verschafft, war da kein Thema.
  • Nutzer konnten über eine Art Multi-Level-Marketing (MLM) zusätzlich profitieren. Wenn du weitere Anleger geworben hast, wurdest du an deren Investments finanziell beteiligt. So konnte man zusätzliches passives Einkommen generieren. Viele Multi-Level-Marketer und auch Influencer nutzten ihre Reichweite, um Juicyfields eine sehr positives Standing zu verschaffen. Dass diese dabei finanziell profitierten, verschwiegen die Werbenden gerne.
  • Gewinne wurden in der Anfangsphase zuverlässig ausgezahlt. Häufig fiel die Ernte größer aus als von JuicyFields angegeben, was die Anleger natürlich noch mehr bestätigte.
  • Die Rechnung wurde zuverlässig von JuicyFields per Email als PDF gesendet. Überhaupt wurde der Kundendienst sehr professionell aufgezogen. Die Angestellten waren mehr als überzeugt von der Mission von Juicyfields.
  • Die Steuererklärung wurde recht leicht gemacht. Man konnte alle Einkäufe und Gewinne einfach dokumentieren.
  • Das Produkt selber besaß als Lifestyle-Produkt ein großes Sexapeal.
  • Im Gegensatz zu anderen Schneeballsystemen hatte Juicyfields eine geringes Mindestinvest von nur 50€, welches theoretisch pro Person auf bis zu 180.000 Euro (und über mehrere Familienangehörige auch schnell in den siebenstelligen Bereich) ausgeweitet werden konnte.
  • Crowdfunding: Der Anleger begreift sich auch als Teil einer Bewegung.
  • Präsenz auf Messen: Juicyfields hatte Messestände und sponserte auch verschiedene Messen in den Bereichen Pharma und Investment.

Leider ungehört: Expertenmeinungen zu Juicyfields

Menschen, die sich tatsächlich in der medizinischen Canabis-Branche oder aber im Crowdfunding auskennen, haben seit Jahren gewarnt.

  • Über 99% der Anleger werden die Plantagen nie live vor Ort gesehen. Die Bilder erinnerten eher an Aufnahmen mit einem alten Nokia-Handy denn an zeitgemäße Aufnahmen
  • Kein GACP (Good Agricultural and Collection Practice) Standard. Dieser ist jedoch nötig, um überhaupt LEGAL THC abverkaufen zu können.
  • Gefolgt wird dieser im medizinischen Bereich vom GMP Standard (Good Manufacturing Practice), dieser ist notwendig um eine sterile Verpackung zu gewährleisten.
  • Es ist schwer zu sagen, wie Juicyfields es schaffen wollte, mit den Preisen für THC auf dem medizinischen Markt konkurrieren zu können. Die Preise für indoor-gezüchtetes CBD liegen derzeit bei etwa 1,50 Euro pro Kilogramm, aber feminisierte Stecklinge von einem Großhändler kosten bereits 50-70 Euro je nach Sorte. Wenn Juicyfields nur THC verkaufen will, müsste das Unternehmen illegalen Handel treiben, da es keine andere Möglichkeit gibt, unter den aktuellen Bedingungen in Deutschland zu überleben.
  • MLM: Die vielen Influencer und Marketer bekamen 5% der investierten Summe der von ihnen geworbenen juicyfields-Anleger. In ähnlichen Bereichen gibt es um die 0,5%. Alleine dies ist einfach nicht nachhaltig.
  • Kein gültiges Verkaufsprospekt
  • Nur für Privatanleger, aber keine institutionellen Anleger: Klares Alarmzeichen. Andere Crowdinvesting-Formen, zum Beispiel die P2P Plattform esteguru, sind auch für große institutionelle Anleger offen.
  • Rendite-Risiko-Verhältnis: 10 % gibt es nicht auf Cannabis-Aktien oder Anleihen.
  • Risiko allgemein: Bei der 10% Rendite ist Volatilität zu erwarten. Doch bis zum Exit-Scam wurden alle Investments ausgezahlt, es gab keine einzige Missernten oder andere Vorkommnisse, was wiederum überhaupt nicht zur Rendite passt.
  • Keine auditierten Geschäftsberichte
  • Die Möglichkeiten zum Steuersparen waren Makulatur

Aktueller Stand

Ein internes Memo, das vom ehemaligen CEO Willem van der Merwe an die Mitarbeiter verschickt wurde, gab bekannt, dass er die Plattform verlassen wird. Die Gründe hierfür sind mehrere: So wurden die Vertragsbedingungen mit DACHA nicht erfüllt, was dazu führte, dass keine Gelder von den Eigentümern der JuicyFields AG überwiesen wurden. Zudem ist die interne Infrastruktur seit Anfang der Woche komplett ausgefallen. Das Support-Team, Marketing-Team und die Büroleiter haben seitdem keine Kommunikation oder Anleitungen von den Eigentümern erhalten. Auch ein Teil des technischen Teams, dessen Konten im gemeinsamen/entfernten Zugang waren, wurde kompromittiert. Wie die Verwaltung und der Zugang jetzt erfolgen sollen ist unbekannt.

Zudem müssen wir vor einem weiteren Betrug warnen. Es scheint, als werden derzeit vermehrt Anleger angeschrieben, um diesen gegen Zahlung einer Gebühr in Höhe von 10 Prozent des Invest die Auszahlung der Gelder zu ermöglichen. Dies ist natürlich ein weiterer Scam und setzten dem Betrugsmodell rund um JuicyFields die Krone auf.

Mitteilung der Bafin vom 22.07.2022

Die Juicy Holdings B.V. wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) dazu verpflichtet, Zwangsgelder in Höhe von insgesamt einer Million Euro zu zahlen. Diese setzen sich jeweils aus 250 000 Euro für die vier angebotenen Pflanzanlagen zusammen. Die Frist zur Zahlung läuft am 21. Juli 2022 aus.

Die Aufsicht handelte in Reaktion auf die Tatsache, dass die Firma trotz einer vorherigen Androhung von Zwangsgeldern weiterhin nicht zugelassene Vermögensanlagen anbot und sich nicht an die Regeln hielt. In dem Schreiben der Bafin heißt es: „Die fortlaufenden Verstöße der Juicy Holdings B.V. erfolgen nach fruchtlosem Ablauf der Frist der Androhungen der Zwangsgelder.“

Status der JF GmbH in Berlin

Wenn du gegen die JF GmbH vorgehen willst, dann scheint dies eine ziemlich aussichtslose Angelegenheit. Die Gesellschaft selbst hat Anfang des Jahres die Vermögensauskunft verweigert, was bedeutet, dass sie mindestens seit dem letzten Jahr insolvent ist. Der einzige Eigentümer der GmbH ist Viktor Bitner, der zum Zeitpunkt der Gründung/Ummeldung der GmbH selbst in einem Insolvenzverfahren war. Die Restschuldbefreiung hat er am 08.09.2020 in Berlin erhalten. Der Gesellschaftsvertrag wurde am 06.11.2019 erstellt und am 04.02.2020 vom Notar eingetragen. Im Mai 2020 kommt ein Prokurist Andre Wacker dazu. Auf Deutsch: Die GmbH wurde von einem Pleitegeier während seiner Insolvenz mit 25000 Euro Bargeld gegründet und ist direkt an die Wand gefahren worden. Wenn du also gegen Viktor Bitner als Geschäftsführer vorgehen wollen, kannst du selber ausrechnen, was du holen kannst.

Unser Fazit: Juicyfields – Cannabis E-Grower

Für ein Fazit ist es wahrscheinlich noch zu früh. Investierte Gelder sind weg, so viel ist sicher. Doch wer steckte hinter dem Betrug? Welche rechtlichen Folgen hat der Juicyfield Exit-Scam für Anleger? Schon jetzt warnen Anwälte (die natürlich ebenfalls Geld verdienen wollen), dass auch ausgezahlte Gelder eventuell nicht sicher sind. Interessant ist auch, wer denn vom Topmanagement demnächst sich vor Gericht verantworten darf. Wir werden diesen Artikel regelmäßig aktualisieren.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Florian
Florian
Mein erstes Unternehmen habe ich bereits im zarten Alter von 21 Jahren im Studium gegründet. Wirklich erfolgreich war das ganze nicht, aber viele Jahre später stehe ich auf eigenen Beinen und verdiene online im Internet gutes Geld. Auf bizFM teile ich einige meiner persönlichen Ansichten und Erfolgsrezepte.
Florian
Florian
Mein erstes Unternehmen habe ich bereits im zarten Alter von 21 Jahren im Studium gegründet. Wirklich erfolgreich war das ganze nicht, aber viele Jahre später stehe ich auf eigenen Beinen und verdiene online im Internet gutes Geld. Auf bizFM teile ich einige meiner persönlichen Ansichten und Erfolgsrezepte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert